7 Simple Tricks Um Deine Angst Vorm Sprechen Zu Überwinden

Angst vorm Sprechen

Jeder kennt es: weiche Knie, schwitzige Hände und eine zittrige Stimme sind die häufigsten Anzeichen von Nervosität. Das Lampenfieber hat voll und ganz zugeschlagen. Die Angst vorm Sprechen ist wieder da. Gedanken wie „Was mache ich, wenn ich den Faden während meines Vortrags verliere?“ oder „Wie verberge ich meine zittrigen Hände vor den Zuschauern?“, geistern durch deinen Kopf. Immer wieder fragst du dich, ob du dich wirklich genug vorbereitet hast oder was du tust, wenn dich unangenehme Zwischenfragen aus dem Publikum aus dem Konzept bringen und dich Gäste daraufhin auslachen. Horrorszenarien, die jeder kennt. Jeder stand schon einmal auf einer Bühne – angefangen in der Schule bei Referaten und später dann im Job als Angestellter. Wenn du mit deinem eigenen Start-Up kurz vorm Pitch bei einem renommierten Investor stehst, dann geht dir die Düse, das ist ganz klar. Es geht um Kohle, deine Zukunft – gefühlt um alles. Die Wenigsten bleiben locker, wenn der Fokus voll und ganz auf ihnen liegt und sie 100% abliefern müssen. Die Nacht davor wird schlecht geschlafen und oft bekommt man üble Begleiterscheinungen, wie Übelkeit, Bauchweh oder Kopfschmerzen. Der Blutdruck steigt, wir beginnen zu schwitzen und das Herz rast. In der Ruhe liegt die Kraft. Aber wie kann ich mich selbst vor einem Auftritt beruhigen?

Hier 7 simple Tricks, um deine Angst vorm Sprechen zu überwinden:

TIPP 1: DER SICHERE EINSTIEG

Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete – logisch. Sie wird dir bei deiner Angst vorm Sprechen helfen. Bereite dich auf alle Eventualitäten und mögliche Fragen vor. Sei sicher, kenne alle Zahlen und Fakten im Schlaf. Gehe bereits einige Tage im Voraus deinen Vortrag immer wieder durch, übe vorm Spiegel und lerne deinen Einstieg auswendig. Wenn der Einstieg in deinen Vortrag problemlos läuft und du den Zuspruch der Gäste spürst, bist du aus dem Gröbsten raus. Dir kann quasi nichts mehr passieren. Ein gelungener Einstieg ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Präsentation.

TIPP 2: SEI PÜNKTLICHER ALS PÜNKTLICH

Sei immer zu früh vor Ort. Es gibt nichts Schlimmeres, als abgehetzt in einen Vortrag zu gehen. Stress führt dazu, dass du kürzer atmest und das lässt deine Stimme gepresst und unangenehm klingen. Außerdem hast du die Möglichkeit mit Menschen vor deinem Vortrag ins Gespräch zu kommen, halte Smalltalk und behalte dir dieses Gefühl für deine Präsentation bei. Der Smalltalk wird deine Angst vorm Sprechen lindern. Du plauderst lediglich und hältst keinen weltbewegenden Vortrag. Genau das ist es, was die Zuhörer an deinen Lippen kleben lässt.

TIPP 3: DENKE POSITIV

Mache dir bewusst, das dein Lampenfieber auch seine positiven Seiten hat. Das Adrenalin, welches dein Körper ausschüttet, macht dich hellwach und aufmerksam. Versuche den Fokus darauf zu lenken und siehe Lampenfieber als etwas ganz Natürliches an, das jeder Mensch kennt und niemanden umbringt. Du rettest keine Menschenleben, du hältst lediglich einen Vortrag.

TIPP 4: ANKERPUNKTE

Suche dir feste Ankerpunkte im Publikum. Es gibt immer Personen, die dir aufmerksam zuhören und dir zustimmend zunicken. Sie meinen es gut mit dir. Nutze diese Energie. Sauge ihre wohlwollende Zustimmung ein und lass dein Selbstbewusstsein dadurch wachsen.

TIPP 5: ATME

Ruhiges Atmen ist ein ganz entscheidender Punkt, wenn wir über Nervosität und Angst vorm Sprechen reden. Oft atmen wir flach und schnell, wenn wir vom Lampenfieber geplagt werden. Nimm dir zwei Minuten vor deiner Präsentation Zeit und atme ganz bewusst. Lege deine Hände auf dein Zwerchfell, das ist der Muskel, der deine Bauchhöhle von der Brusthöhle trennt, und atme langsam durch die Nase ein und aus, so dass sich dein Bauch bei der Einatmung nach außen wölbt und bei der Ausatmung wieder flacher wird. Wenn es dir gut tut, schließe die Augen und versuche in Einklang mit deiner Atmung zu kommen. Nach 5 Atemzügen ziehst du nun die Luft bewusst langsam und tief ein, so dass sich dein Zwerchfell ausdehnt. Halte nun die Luft für ca. 10 Sekunden an und atme anschließend ganz langsam wieder aus, bis sich keine Luft mehr in dir befindet. Nun kannst du normal Weiteratmen und wenn du möchtest den kompletten Vorgang wiederholen. Du wirst schnell merken, wie sich deine Atmung entspannt.

TIPP 6: SICHERHEIT

Es gibt einige Dinge, die dir ein Gefühl von Sicherheit vermitteln.

Das obligatorische Glas Wasser: nicht nur als Deko, sondern als Sicherheit falls du dich beim Sprechen verschluckst oder einen trockenen Hals bekommst. Verwende es nicht entschuldigend, verstecke dich nicht. Es ist völlig okay, wenn du zwischendurch einen Schluck Wasser zu dir nimmst. Achte nur darauf, dass es stilles Wasser ist. Du kannst dir denken warum.

Moderationskarten: mache dir einige Stichpunkte, die dich im Falles eines Falles auf den richtigen Weg zurücklenken. Verwende wirklich Karteikarten und keine DIN-A4 Blätter. Bei großen, dünnen Blättern, sind deine zitternden Hände deutlich zu sehen. Bei kompakten Karten nicht. Auch hier: scheue dich nicht, einen Blick darauf zu werfen.

Das Pult: Du hast jederzeit die Möglichkeit dich von deinem Rednerpult zu lösen, auf Zuschauer zuzugehen oder dich generell frei im Raum zu bewegen. Wenn es gut läuft, solltest du diese Möglichkeiten unbedingt in Anspruch nehmen. Falls du dich aber unwohl fühlst oder dich erneut sammeln musst, gibt dir das Pult eine perfekte Möglichkeit um dies zu tun. Es schafft eine Distanz zwischen dir und dem Zuhörer, die dir eine Sicherheit vermittelt. Es ist wie eine Art Versteck, dass dir eine kurze Auszeit verschafft. Sobald du wieder voll einsatzbereit bist, bewege dich frei im Raum. Die Offenheit und Nähe, die du deinen Zuhörern damit vermittelst, wird sich positiv auf deinen Gesamteindruck auswirken.

TIPP 7: AUFWÄRMTRAINING

Sagst du einem Sportler, er soll bitte mal kurz unaufgewärmt ein Gewicht heben, einen 50 Meter Sprint oder einen Spagat hinlegen, kannst du dir sicher sein, dass du von ihm ausgelacht wirst. Kein ernstzunehmender Sportler würde dies tun. Die Muskeln des Körpers müssen behutsam aufgewärmt werden, damit es zu keinen Verletzungen kommt. Ganz genauso verhält es sich mit deiner Stimme. Natürlich kann im Alltag jeder von uns sprechen ohne nach dem morgendlichen Zähneputzen ein Warm-Up für die Stimme einzulegen, allerdings sieht es bei besonderer Beanspruchung der Stimme anders aus. Ob du es glaubst oder nicht, die Stimme aufzuwärmen wirkt wahre Wunder. Du fühlst dich sicherer, artikulierst um Längen besser und beugst zudem Heiserkeit vor.