9 Tipps Um Mit Deiner Stimme Deine Karriere Zu Pushen

Tipps um mit deiner Stimme Geld zu verdienen

Die meisten Arbeitgeber verlangen ein gepflegtes Äußeres, schließlich repräsentiert man ihre Firma, und wahrscheinlich kann sich keiner von dem ersten, oberflächlichen Eindruck freimachen. Aber, und das ist wissenschaftlich belegt, spielt auch die Stimme eine sehr große Rolle, wenn es um den ersten Eindruck geht. Die Stimme ist deine Visitenkarte, dein Aushängeschild. Nur leider nutzen sie die Wenigsten.

Unter einer schönen Stimme verstehen wir eine warme, volle Klangfarbe. Hinzu kommt eine abwechslungsreiche Sprachmelodie und eine angemessene Lautstärke. Unser Ohr ist ein sehr sensibles Sinnesorgan. Wir werden durch Stimmen tief berührt – im Positiven, wie im Negativen. Die Stimme des Gegenübers geht tief in einen hinein, dagegen kann man sich gar nicht wehren. Sie kann binnen Sekunden eine Wohlfühlatmosphäre schaffen, aber natürlich auch genau das Gegenteil erreichen.

EINE PIEPSIGE STIMME IST EIN KARRIEREKILLER

Mit hohen, piepsigen Stimmen assoziieren wir mangelnde Kompetenz und Unsicherheit. Das hört sich hart, vielleicht sogar unfair an, entspricht aber leider der Realität. Ganz nebenbei nerven sie ungemein. Einem Menschen, der nur aus der Brust heraus spricht, unterstellen wir, dass er nicht belastbar, irritiert und verängstigt ist. Kommt dazu noch ein unsicheres äußeres Auftreten, wie hängende Schultern, ausweichende Blicke, überkreuzte Füße oder hektische, unkoordinierte Bewegungen, ist das Bild des Mauerblümchens perfekt. Keiner wird dir etwas zutrauen, keiner wird dich ernst nehmen.

Zum Glück kann man an seiner Stimme Arbeiten. Die Stimme ist ganz leicht in zwei anschauliche Bereiche eingeteilt: zum einen in die Hardware, zum anderen in die Software. Die Hardware ist das, was Gott dir von Geburt an mitgegeben hat. Das kannst du nicht ändern. Lunge, Brustkorb, Rachen, Kehlkopf, Zunge, Lippen usw. sorgen für deinen ganz persönlichen Stimmklang. Dieser wird dir immer erhalten bleiben.

Für die Software bist du alleine verantwortlich. Über Jahre hinweg, formst du deine Stimme nach deinem Geschmack. Du entscheidest auf welche Art und Weise du sprichst, ob du einen Dialekt verwendest, schnell oder langsam, laut oder leise sprichst, deutlich artikulierst oder kaum zu verstehen bist. Das ist einzig und alleine deine Sache. Stimmoptimierung geht nicht im Handumdrehen. Es ist ganz bestimmt nicht leicht aus wohl bekannten Mustern auszubrechen, aber wer will, der kann. Hier ist Fleiß und Wille gefragt, aber die Software ist definitiv variabel – du entscheidest, wie du gerne klingen möchtest. Es liegt in deiner Hand.

EINE SONORE STIMME WIRKT KOMPETENTER

Menschen mit tieferen Stimmen trauen wir mehr zu. Sie wirken kompetenter. Machen den Anschein, als hätten sie die Lage im Griff. Das gilt für Männer, wie für Frauen. Sehr viele Frauen sprechen viel höher, als ihre eigentliche Sprechstimme. Das hat mit jahrelang antrainierten Mechanismen zu tun. Frauen, die mit Mitte dreißig stimmlich immer noch auf kleines Mädchen machen, genießen nicht selten, trotz ihres Erwachsenenalters, Welpenschutz. Die Verniedlichung der eigenen Stimme, lässt die Betreffenden als hilfsbedürftig dastehen. Sie schlüpfen, teils wissentlich, teils unwissentlich, in die Opferrolle und bekommen so das, was sie wollen. Das mag im Privatleben gut funktionieren – im Job sieht das Ganze allerdings anders aus. Die Stimme muss zur Person passen und daran kann man arbeiten. Denn wenn dies der Fall ist, wirkt man automatisch authentischer, selbstsicherer und professioneller.

 

UNSERE 9 TIPPS UM MIT DEINER STIMME DEINE KARRIERE ZU PUSHEN:

Tipp 1: Finde deine Indifferenzlage

Die Indifferenzlage ist der Schongang für deine Stimme – deine Wohlfühllage. Es gibt nur eine Stimmlage, die für deinen Körper vorgesehen ist und die gilt es herauszufinden. Hier sprichst du am schonendsten. Hier fühlt es sich für dich am natürlichsten an und klingt für deinen Zuhörer am besten. Natürlich darfst du weiterhin variieren, spitze Töne höher sprechen und beispielsweise am Satzende die Stimme senken. Das sollst du sogar. Denn minutenlang auf ein und der selben Tonhöhe zu verweilen, wirkt langweilig, starr und schrecklich monoton. Das dauernde Pendeln um deine Indifferenzlage herum ist es, was dich und deine Stimme authentisch wirken lässt. Mit welchen Tricks du es ganz leicht schaffst, deine Wohlfühllage herauszufinden, siehst du hier.

Tipp 2: Lerne deine Stimme kennen

Was? Das ist meine Stimme? Diese Gedanken schwirren wahrscheinlichen in vielen Köpfen herum, wenn sie sich selbst auf der Mailbox oder in einem Video sprechen hören. Unsere Stimme klingt für alle Anderen, anders, als für uns selbst. Sie klingt heller. Warum? Geräusche jeglicher Art kommen in Form von Schallwellen in unserem Ohr an. Die Wellen bringen das Trommelfell zum Schwingen und werden dann ins Innenohr geleitet. Wenn wir sprechen, passiert allerdings noch viel mehr. Da zusätzlich unsere Stimmbänder vibrieren und unsere Knochen bestimmen, wie der Schall wandert, verarbeitet das Ohr sowohl die Wellen, die von draußen ankommen, als auch die inneren. Deshalb hören wir uns selbst dunkler. Diese Stimme mögen wir in der Regel mehr, vor allem, weil wir an sie gewöhnt sind. Lerne trotzdem auch die Stimme kennen und mögen, die deine Umwelt kennt. Nimm dich auf und höre dir genau zu. Versuche Schritt für Schritt zu analysieren, was du an deiner Stimme magst und was weniger und arbeite an deinen Kritikpunkten.

Tipp 3: Hallo Zwerchfell! Schön, dass es dich gibt!

Die Zwerchfellatmung lässt deine Stimme auf Anhieb um einiges ruhiger und entspannter klingen. Sie verleiht deiner Stimme mehr Tiefe und wohlige Wärme. In Stresssituationen verfällt man oft in Kurzatmigkeit, das lässt die Stimme unangenehm gepresst und höher klingen. Durch die Zwerchfellatmung lässt sich das ganz leicht vermeiden.

Das Zwerchfell ist der Muskel, der deine Bauchhöhle von der Brusthöhle trennt. Bei der Zwerchfellatmung, atmest du nicht wie gewohnt in die Brust, sondern in den Bauch, sodass sich die Bauchdecke beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Das mag sich am Anfang noch etwas ungewohnt anfühlen, aber nach kurzer Zeit wirst du es gänzlich verinnerlicht haben. Das Zwerchfell ist der Motor der Stimme. Es ist dafür verantwortlich, die Luft gleichmäßig aus den Lungen in die Luftröhre zu drücken. Je entspannter sich also dein Bauch hebt und senkt, desto leichter kannst du im Kehlkopf deine Stimme bilden.

Tipp 4: Arbeite an deiner Artikulation

Der absolute Klassiker, der sowohl an jeder Schauspielschule, als auch generell allseits bekannt ist, ist das Sprechen mit einem Korken zwischen den Zähnen. Mag veraltet klingen, hilft aber natürlich damals, wie heute, die Laute besser und deutlicher zu bilden. Eine andere Variante um die Artikulation in Gang zu bringen, ist es Zungenbrecher überspitzt und überbetont aufzusagen. Durch die Überartikulation trainierst du die kompletten Muskeln in deinem Mundbereich, so dass du nach einer Zeit sehr viel leichter, ohne merkliche Anstrengung, deutlicher sprichst.

Tipp 5: Verabschiede dich von deinem Dialekt

Eine regionale Färbung in seiner Sprache zu haben, ist ganz bestimmt nichts schlechtes. Im Privatleben zumindest nicht. Es zeigt ein Stück Verbundenheit zu seiner Heimat und verleiht einem selbst ein Gefühl von Geborgenheit und Dazugehörigkeit. Im Job ist ein Dialekt allerdings ein absoluter Karrierekiller. Menschen, die einen Dialekt im beruflichen Umfeld sprechen, traut man weniger zu, man nimmt sie nicht für voll und zweifelt sogar an ihrer Glaubwürdigkeit. Zum einen mag es an Dialekten liegen, die generell einen schlechten Ruf haben und die wir nicht gerne hören, wie sächsisch, schwäbisch, fränkisch etc., zum anderen fällt es unserem Gehirn wirklich schwerer dem Gesprochenen zu folgen, wenn ein Dialekt im Spiel ist, so dass es automatisch  komplizierter wird die Informationen zu verarbeiten. Lerne deshalb deinen Dialekt zumindest für den Job in den Griff zu bekommen – wie du zu Hause mit deinem Partner, deinen Eltern oder Freunden sprichst, bleibt natürlich dir überlassen.

Tipp 6: Langsam = Selbstsicher

Viele Menschen neigen in Stresssituation dazu schnell und ohne Punkt und Komma zu sprechen. In diesem Fall ist es für den Zuhörer nicht nur wahnsinnig anstrengend dem Inhalt zu folgen, sondern es zeigt, wie unsicher, ungeduldig, fast schon ignorant derjenige ist. Der Zuhörer bekommt das Gefühl, dass er so schnell wie möglich mit seinem Vortrag fertig werden und die Bühne verlassen möchte, was sicher nicht das richtige Signal ist. Variiere in deinem Sprechtempo, setze Pausen und lass dir Zeit für die wichtigsten Punkte. Schaue dir andere Vorträge an, achte auf das Sprechtempo und beobachte, wie du selbst mit vielen Informationen in kurzer Zeit umgehst.

Tipp 7: Dein Körper ist ein Verräter

Arbeite an deiner körperlichen Präsenz. Warum? Was hat das mit deiner Stimme zu tun? Ganz einfach: jede noch so kleine Verspannung und jedes kleine Unwohlsein in deinem Körper wirkt sich auf deine Stimme aus. Deine Stimme klingt nur gut, wenn dein Körper locker und entspannt ist, denn dein Körper ist der Resonanzraum für deine Stimme. Lockere vor deinem Auftritt deine Schultern und deinen Nacken und schüttele deine Gliedmaßen aus. Nutze auch die progressive Muskelentspannung, in dem du für einige Sekunden deine Muskeln so stark du kannst anspannst und sie nach etwa 10 Sekunden wieder löst. Im Normalfall sollte die progressive Muskelentspannung nach und nach mit einzelnen Muskelgruppen durchgeführt werden, aber kurz vor dem Auftritt, funktioniert es wenn du deinen Körper lediglich in drei Gruppen einteilst: Arme, Beine und Gesicht.

Tipp 8: Smile

Deine Zuhörer sehen nicht nur dein Lächeln, sondern hören es auch. Deine Stimme klingt viel weicher, wärmer und angenehmer für den Zuhörer, wenn du ein leichtes Lächeln auf den Lippen hast. Dein Lächeln wird sich ausserdem auf dein Gegenüber übertragen. Nutze diesen kleinen Tipp und du wirst dich alleine dadurch sehr viel wohler fühlen.

Tipp 9: Die Lautstärke

Eine leise Stimme, lässt den Redner sehr unsicher wirken. Eine durchweg laute Stimme kann für den Zuhörer recht anstrengend sein und wirkt oft dominant und aufdringlich. Finde das richtige Maß und nutze ganz gezielt die Lautstärke deiner Stimme, um Spannung aufzubauen, Aussagen zu unterstützen und Akzente zu setzen. Oft glaubt man, mit einer lauten Stimme die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer zu erlangen. Das Gegenteil ist der Fall. Wirst du leiser, strengen sich deine Zuhörer viel mehr an, um dich zu verstehen und unterlassen unangenehmes Flüstern, Rascheln und Räuspern. Bringe Dynamik in deine Rede, so bleibt es interessant und abwechslungsreich.