Der Autodidakt – Wie Du Dir Gutes Sprechen Selbst Beibringst

Sich gutes Sprechen selbst beibringen

Ausnahmslos niemandem ist eine gute Sprache mit in die Wiege gelegt worden. Wir starten alle bei null. Haben alle die gleichen Vorraussetzungen. Schreien, brüllen, weinen können wir aus dem Bauch heraus ab Tag eins – aber zu sprechen erlernen wir erst mit der Zeit. Als Baby ahmen wir unsere Eltern nach. Wir beobachten sie ganz genau und versuchen das Gleiche, wie sie zu tun. Wir ahmen Mimik, Gestik und eben auch ihre Sprache nach. Als Erwachsener sieht es nicht anders aus – auch wenn es meist unterbewusst geschieht, können wir uns nicht davon freimachen, dass wir in einer Gesellschaft, die starken Dialekt spricht, ebenfalls in diesen verfallen oder wenn wir einem nervösen Redner zuhören, wir genauso rast- und ruhelos werden. Dies Mechanismen bemerken wir meist gar nicht, die Nachahmung geschieht nicht aktiv, aber wenn wir uns bewusst machen, dass es dieses Phänomen gibt, warum sollten wir es dann nicht nutzen?

 

Schritt 1: Ahme nach

Du kannst dir deine Familie und dein Umfeld, in dem du dich bewegst nicht aussuchen, kannst ihnen nicht vorschreiben, wie sie zu sprechen haben, das wäre ziemlich vermessen, aber du kannst dich tagtäglich mit guten, ja mit nahezu perfekten Sprechern umgeben. Nie war es leichter, als in der heutigen Zeit. Es gibt wahnsinnig viele gute Hörbücher in denen die besten Sprecher Deutschlands zeigen, wie es geht. Du musst nicht mehr tun, als ihnen bewusst zuzuhören. Wie ist ihre Aussprache? Wie betonen sie die Sätze? In welchem Tempo sprechen sie? Nach und nach wirst du dich daran gewöhnen von angenehmen Stimmen und guter Aussprache umgeben zu sein und so wie schlechte Angewohnheiten abfärben, können es eben auch Gute. Die richtige, angenehm klingende Sprache wird auf dich überspringen. Und wenn das nicht von ganz alleine passiert, dann hilf ein bisschen nach. Ahme den Sprecher aktiv nach. Das darfst du! Du wirst noch früh genug deinen eigenen Sprechstil finden, bis dahin nimm dir die Besten der Besten als Vorbild.

Schritt 2: Lies laut

Zugegeben, es ist immer anstrengender laut zu lesen, als leise, aber wenn du an deiner Stimme und deiner Sprache arbeiten möchtest, dann ist lautes Lesen unumgänglich. Während wir beim leisen Lesen für uns selbst die Texte meist nur überfliegen und uns den Sinn zusammenreimen, müssen wir beim lauten Lesen jedes einzelne Wort klar und deutlich aussprechen, was natürlich mehr Zeit in Anspruch nimmt und erhebliche Konzentration erfordert. Laut lesen ist anstrengend. Irgendwann verschwimmen die Buchstaben vor deinen Augen, der Hals wird trocken und kratzt. Übertreibe es nicht, aber lies jeden Tag laut vor. Mache es zu deinem Ritual. Vielleicht freut sich dein Partner, wenn du ihm etwas vorliest oder nutze die Zeit mit deinen Kindern für kleine Leseabenteuer. Je regelmäßiger du liest, desto leichter wird es dir bald fallen.

Schritt 3: Nimm deine Stimme beim Sprechen auf

Tue das, was die meisten Menschen hassen: konfrontiere dich mit deiner Stimme. Nimm ein Buch, dass du magst, lese einen Teil daraus laut vor und nimm dich dabei mit deinem Handy auf. Mache eine reine Tonaufnahme, kein Video, und höre es dir danach an. Was gefällt dir an deiner Stimme? Kannst du dich selbst gut verstehen? Oder musst du an deiner Aussprache arbeiten? Hörst du dich natürlich an? Wie sieht es mit dem Tempo aus? Zu schnell? Zu langsam? Oder vielleicht genau richtig? Analysiere deine Aufnahme und lösche sie nicht. Wenn du am Ball bleibst und an dir arbeitest, dient die erste Aufnahme in nur wenigen Wochen als toller Vergleich. Du wirst hören, wie schnell du dich verbesserst!

Wenn du jetzt Blut geleckt hast und nicht nur ein bisschen an deiner Stimme arbeiten möchtest, sondern Profi werden willst, dann hau rein! Trainiere deine Stimme wie die Großen: finde deine Indifferenzlage, mache regelmäßig dein Einsprechtraining und lerne die richtige Atemtechnik. Klick dich durch unsere Tipps und Tricks und werde Tag für Tag besser. Deine Stimme ist deine Visitenkarte und kann einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der dich sowohl privat, als auch beruflich auf´s nächste Level bringen kann. Warum solltest du dich mit weniger zufrieden geben, als du ganz leicht aus dir herausholen kannst?