Die Indifferenzlage – Ein Muss Für Jeden Sprecher

Indifferenzlage Sprecher

„Das hört sich irgendwie komisch an!“ Jeder kennt das: Menschen, die ihre persönliche Stimmlage nie gefunden haben. Die entweder zu hoch oder zu tief sprechen. Wenn man sich nur ein bisschen mit dem Thema Stimme befasst, bemerkt man sofort, dass da etwas nicht stimmt. Es klingt komisch. Nicht richtig. Irgendwie unbequem und falsch. Die Betroffenen selbst bemerken das Problem oft gar nicht. Meist ist es eine Angewohnheit, die sich seit Jahren, vielleicht schon seit Kindheitstagen, manifestiert hat. Ist man nervös, spricht man ebenfalls oft zu hoch. Der Wunsch ist es natürlich in seiner optimalen Stimmlage zu sprechen. Aber gibt es das überhaupt? Eine optimale Stimmlage? Die Antwort: Ja! Und ihr Name lautet: Indifferenzlage.

Es gibt nur eine Stimmlage, die für deinen Körper vorgesehen ist und die nennt sich in der Stimmbildung Indifferenzlage. Die Indifferenzlage ist der Schongang für deine Stimme – deine Wohlfühllage. Hier sprichst du am schonendsten. Hier fühlt es sich für dich am natürlichsten an und klingt für deinen Zuhörer am besten. In deiner ganz persönlichen Wohlfühllage kannst du lange sprechen, ohne viel Atemluft zu verbrauchen oder dich anzustrengen. Natürlich darfst du mit deiner Stimme weiterhin variieren, spitze Töne höher sprechen und beispielsweise am Satzende die Stimme senken. Das sollst du sogar. Denn minutenlang auf ein und der selben Tonhöhe zu verweilen, wirkt langweilig, starr und schrecklich monoton. Das dauernde Pendeln um deine Indifferenzlage herum ist es, was dich und deine Stimme authentisch wirken lässt.

Wie finde ich meine Indifferenzlage?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um zu deiner ganz persönlichen Wohlfühlstimme zu gelangen.

Tipp 1: Summen

Summe ganz entspannt. Es muss nicht laut sein, probiere hohe, wie tiefe Töne aus und verbinde sie miteinander. Fahre von den hohen Tönen zu den Tiefen und von den tiefen Tönen zu den Hohen. Pendel dich nun langsam bei der Tonlage ein, die dir am angenehmsten ist, in der du ohne Anstrengung entspannt summen kannst.

Tipp 2: Genüssliches Kauen

Stelle dir vor, dass du gerade etwas extrem Leckeres probierst. Du kaust mit geschlossenem Mund und großen Kaubewegungen und summst dabei ein erstauntes, anerkennendes „Mmmhhh“. Kaue und summe mehrere Male, variiere in der Lautstärke und der Tonhöhe und forme mit deinem letzten „Mmmhhh“ ein „Mmmmmann, ist das lecker!“

Tipp 3: Monotones Zählen

Zähle entspannt und ohne Schlenker von 1 bis 50. Wenn du gar nichts betonst und keine künstlichen Schlenker hinzufügst, wirst du ganz entspannt in deiner Wohlfühllage sprechen.