Phänomen Podcast: Jeder Macht Einen, Aber Keiner Kann Sprechen

Podcast selber machen

In Amerika gibt es ihn bereits seit Jahren und zwar erfolgreich – den Podcast. Vor rund 10 Jahren kam er dann auch zu uns nach Deutschland und erfuhr einen ersten kleinen Hype, der allerdings schnell wieder abebbte. Seit 2015 geht es wieder rund und die Podcasts sprießen nur so aus dem Boden. Das Angebot ist riesig, für jeden scheint etwas dabei zu sein. Vom Business-Podcast über Fitness, Entertainment, Sex und Fremdsprachen, bis hin zu Sendungen, die bereits erfolgreich im Radio liefen und auf diesem Wege schlicht und einfach wiederverwertet werden. Die Bandbreite ist groß, die Qualität leider weniger.

Ich glaub ich hör nicht richtig!

Mit Podcasts verhält es sich wie mit Videos bei YouTube – jeder der will, darf. Wenn du in der Lage bist deinen Podcast online zu stellen, bist du ab diesem Moment Teil der Podcaster-Szene. Du hast es geschafft! Du hast deinen eigenen Podcast… so schlecht er auch sein mag. Es gibt keine Vorgaben zu Qualität oder Inhalten. Du bist dein eigener Chef und entscheidest, was du sendest. Und da sind die Schmerzgrenzen doch sehr unterschiedlich.

Punkt 1: Die Podcast-Qualität

Während es einige Podcasts gibt, die in professionellen Studios produziert werden und dementsprechend qualitativ hochwertig sind, gibt es Andere, die von unterwegs mit dem stinknormalen Handy-Headset aufgenommen werden. Was das für einen Unterschied ausmacht, könnt ihr euch sicher vorstellen.

Punkt 2: Der Podcast-Inhalt

Inhalt ist immer Geschmacksache, aber für mich persönlich haben banale Dinge nichts in einem Podcast zu suchen. Mich interessiert kein Bla Bla, nur um Minuten zu füllen. Ganz im Gegenteil: es nervt mich, wenn meine Zeit gestohlen wird. Qualität statt Quantität. Lieber 10 gute Minuten, als 60 Schlechte.

Punkt 3: Die Stimme

Ein Podcast besteht ausnahmslos aus der auditiven Ebene. Der Zuhörer sieht und spürt nichts, er hört nur, weshalb genau auf diesen Bereich besonders großen Wert gelegt werden sollte. Wann hörst du persönlich gerne zu? Schwer zu beschreiben, es ist mehr ein Gefühl, das uns umgibt. Wir fühlen uns als Zuhörer immer wohler, wenn uns die Stimme, der wir lauschen, sympathisch erscheint. Sie darf nicht gehetzt oder nervös wirken, sondern soll uns Ruhe und Sicherheit vermitteln. Es macht keinen Spaß zuzuhören, wenn wir nur die Hälfte verstehen. Egal ob aus technischen Gründen oder weil der Sprecher schlecht bzw. gar nicht artikuliert. Sind wir mal ehrlich, wäre Til Schweiger nicht Til Schweiger, würde ihm keine Sau zuhören, weil es einfach unfassbar anstrengend ist Lippen zu lesen. Und sogar das fällt ja bekannterweise beim Podcast flach. Vor YouTube Videos haben viele Leute Respekt: „Hilfe! Da sieht man mich ja, da muss ich gut aussehen! Das lass ich lieber.“ Vor Podcasts haben leider die Wenigsten Respekt. „Hilfe! Da hört man mich ja, da muss ich gut klingen!“, denkt anscheinend niemand. Aber das wäre doch ein erster, wichtiger Schritt. Mache es deinen Zuhörern so leicht wie möglich. Sei gut verständlich und gib dir Mühe. Zeige deinem Zuhörer den nötigen Respekt, schließlich schenkt er dir seine Zeit. An der Stimme kannst du so leicht arbeiten und das sogar nebenbei. In der Dusche, beim Autofahren oder Kochen. Finde als aller erstes deine Indifferenzlage und fange im nächsten Schritt an deine Stimme zu trainieren. Hier findest du effiziente Übungen, die du ganz leicht anwenden kannst. Du wirst sehen, deine Zuhörer werden den Unterschied bemerken und zukünftig an deinen Lippen hängen.